Krakauer Hauptmarkt mit Marienkirche und historischen Gebäuden

Krakau: Kompletter Reiseführer

Reiseführer Krakau: Wawel, Kazimierz, Salzbergwerk Wieliczka, Hotels, Restaurants und Anreise aus Warschau.

Krakau ist die meistbesuchte Stadt Polens und wohl die schönste. Anders als Warschau wurde sie im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört, weshalb ihre mittelalterliche Struktur — gotische Kirchen, ein Renaissance-Schloss, kopfsteingepflasterte Gassen — intakt geblieben ist. Das jüdische Viertel Kazimierz verleiht der Stadt eine kulturelle Tiefe, die weit über die offensichtliche Ästhetik hinausgeht.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten

Wawel-Schloss und Kathedrale Die königliche Residenz der polnischen Könige über fünf Jahrhunderte thront auf einem Kalksteinhügel über der Weichsel und dominiert die Skyline der Stadt. Der Schlosskomplex ist von außen frei zugänglich; die Innenräume sind separat zu besichtigen. Die beliebteste Kombination — Staatsräume und königliche Privatgemächer — kostet ca. 35 PLN für Erwachsene (Stand 2026). Die Wawel-Kathedrale, in der polnische Könige gekrönt und beigesetzt wurden, ist mit einem separaten Ticket für ca. 20 PLN zugänglich. Montags geschlossen. Im Sommer Online-Tickets buchen, um zeitgebundene Einlassslots zu sichern; die Warteschlange an der Kasse kann im Juli über eine Stunde dauern.

Hauptmarkt (Rynek Główny) Mit 200 mal 200 Metern ist der Krakauer Marktplatz einer der größten mittelalterlichen Plätze Europas. Die Tuchhallen (Sukiennice) in der Mitte beherbergen im Erdgeschoss einen Souvenirmarkt und im Obergeschoss eine polnische Gemäldegalerie. Die Marienkirche an der nordöstlichen Ecke besitzt einen der schönsten gotischen Altäre der Welt — geschnitzt von Veit Stoß im 15. Jahrhundert. Eintritt ca. 15 PLN (Stand 2026). Der Trompeter, der jede volle Stunde den Hejnał vom höheren Turm bläst, gehört zu den beständigsten Traditionen Krakaus.

Kazimierz — das jüdische Viertel Krakaus jüdisches Viertel wurde im 15. Jahrhundert gegründet und war bis zum Zweiten Weltkrieg das Zentrum jüdischen Lebens. Heute finden sich dort Synagogen, Buchhandlungen, Cafés und Galerien. Die Alte Synagoge (Stara Synagoga) dient als Museum; Eintritt ca. 15 PLN (Stand 2026). Das Galicische Jüdische Museum in der Dajwór-Straße zeichnet das jüdische Erbe Südpolens in Fotografien nach; Eintritt ca. 20 PLN. Kazimierz ist auch das Zentrum der besten unabhängigen Bars und Restaurants der Stadt.

Salzbergwerk Wieliczka (Kopalnia Soli Wieliczka) Das UNESCO-Weltkulturerbe liegt 14 km südöstlich von Krakau und wird seit dem 13. Jahrhundert ununterbrochen betrieben. Die Standard-Touristenroute führt 135 Meter unter die Erde und umfasst 3,5 km, darunter die außergewöhnliche Kapelle der Heiligen Kinga — ein kompletter Kirchenraum mit Kronleuchtern, Reliefs und einem Boden, der vollständig aus Salz gehauen ist. Eintritt ca. 149 PLN für Erwachsene (Stand 2026). Online-Tickets im Sommer rechtzeitig buchen. Ab Krakau: Minibusse fahren nahe dem Hauptbusbahnhof ab; Fahrtzeit ca. 30 Minuten.

Podgórze und Schindlers Fabrik Das ehemalige jüdische Ghetto der NS-Besatzung liegt südlich der Weichsel. Oskar Schindlers Emaillefabrik, heute ein Museum über Krakau unter der NS-Besatzung, zählt zu den am besten gestalteten Geschichtsmuseen Polens. Eintritt ca. 32 PLN (Stand 2026); montags geschlossen.

Übernachten in Krakau

Hotel Wentzl — ab ca. 600 PLN pro Nacht Ein elegantes Hotel aus dem 18. Jahrhundert direkt am Hauptmarkt mit freiem Blick auf die Tuchhallen. Die Lage ist die beste der Stadt und das Frühstück ist hervorragend.

Hotel Stary — ab ca. 800 PLN pro Nacht Ein Luxushotel in einem umgebauten Adelspalais am Rande der Altstadt. Der Pool- und Spa-Bereich im Keller nutzt die Originalgewölbe des Gebäudes.

Greg & Tom Hostel — ab ca. 80 PLN pro Nacht Ein gut bewertetes Hostel im Herzen der Altstadt mit sauberen Schlafsälen, einer geselligen Bar und kostenlosem Frühstück. Ideal für Alleinreisende und Budgetreisende.

Essen in Krakau

Die Krakauer Küche verbindet deftige polnische Traditionsgerichte mit einer wachsenden modernen Restaurantszene. Pierogi (gefüllte Teigtaschen), Żurek (Sauermehlsuppe) und Obwarzanek (Krakauer Brezeln, die an jedem Straßenstand erhältlich sind) gehören zu den Grundlagen.

Starka — Kazimierz; polnische Küche mit modernem Twist, Hauptgerichte ca. 40–70 PLN.

Chłopskie Jadło — Altstadt; traditionelle polnische Gerichte in rustikalem Ambiente, Hauptgerichte ca. 35–55 PLN.

Anreise

Von Warschau verkehrt der PKP-Intercity-Expresszug in ca. 2,5 Stunden; Preise ab ca. 50 bis 120 PLN je nach Buchungsvorlauf (Stand 2026). Mit dem Auto dauert die Fahrt über die Autobahn A4 etwa 3 Stunden. Der Kraków-Hauptbahnhof (Kraków Główny) liegt direkt am Rand der Altstadt; von dort sind alle wichtigen Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichbar. Ab Krakau Flughafen (KRK) fährt der Zug ins Zentrum in ca. 15 Minuten für ca. 9 PLN.

Weitere Restaurantempfehlungen

Mleczarnia — Kazimierz; ein gemütliches Café-Bar-Hybrid mit polnischer Hausmannskost und Naturweinen. Die Tische auf dem Innenhof sind im Sommer ein Geheimtipp. Gerichte ca. 25–45 PLN.

Pod Gruszką — Altstadt; eine der ältesten Gaststätten Krakaus mit traditioneller polnischer Küche in historischen Kellergewölben. Hauptgerichte ca. 40–70 PLN. Besonders mittags gut besucht von Einheimischen.

Kogel Mogel — Kazimierz; ein entspanntes Lokal mit polnischer Alltagsküche und einer langen Frühstückskarte, das von der lokalen Universitätsbevölkerung frequentiert wird. Gerichte ca. 20–40 PLN.

Stadtviertel auf einen Blick

Krakau lässt sich zu Fuß erschließen. Die Altstadt rund um den Hauptmarkt und Kazimierz bilden das touristische Hauptzentrum. Podgórze südlich der Weichsel — das ehemalige jüdische Ghetto der NS-Besatzungszeit — entwickelt sich mit unabhängigen Cafés und Galerien zum aufstrebenden Trendbezirk. Zabłocie angrenzend beherbergt Schindlers Fabrik und eine wachsende Restaurantszene.

Praktische Tipps für Krakau

Öffentlicher Nahverkehr: Busse und Straßenbahnen decken die gesamte Stadt ab. Eine Einzelfahrt kostet ca. 3,80 PLN (Stand 2026); eine 24-Stunden-Karte ca. 15 PLN. Die Altstadt selbst ist kompakt genug für Fußgänger.

Krakow Card: Die touristische Krakow Card bündelt Museumseintritt und öffentliche Verkehrsmittel. Für einen Museumsintensivtag lohnt sie sich; für einen Flanierbesuch eher nicht.

Beste Reisezeit: Mai bis Oktober. Der August hat die meisten Festivals und die höchsten Besucherzahlen. Im Dezember verwandelt sich der Hauptmarkt in einen der bekanntesten Weihnachtsmärkte Polens.

Obwarzanek: Die charakteristischen Krakauer Brezeln werden an Karren in der ganzen Altstadt für ca. 2 PLN verkauft. Weicher als normale Brezeln mit dünner Kruste; das schnellste und typischste Frühstück der Stadt.

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